Über mich

Marie Pellisier

Marie Pellissier ist mein Künstlername.

Meine jüngste Kindheit habe ich in Brüssel verbracht wo ich einen französischsprachigen

Kindergarten besuchte. Ich liebte die großen Parks (vor

allem im Herbst, wo wir durch die Blätterberge tobten)

war fasziniert von Puppen - in Brüsseler Spitze gehüllt -

Stilmöbeln, alten Damen und den Dackeln, die sie

spazieren führten, Eclairs, Gauffres, Kroketten und bunt

blinkendem Christbaumschmuck. In besonderer

Erinnerung sind mir noch die Aufführungen im

Kindergarten auf einer echten Bühne in einem echten

Theatersaal. Kurz: Brüssel war alles, was das Leben

lebenswert zu machen schien.

Mit Anfang zwanzig war ich dann zum ersten Mal alleine in

Paris - und fühlte mich dort sofort zu Hause. Was dem

kleinen Mädchen Brüssel gewesen war, schien die junge

Frau in Paris zu finden. Mit einem wichtigen

beruflichen Auftrag durfte ich zwei Wochen lang in

einem der hohen Bürotürme in La Défense, dem

futuristischen Büroviertel arbeiten. Welch ein

Abenteuer! Und ein russischer Kollege - vollendeter

Kavalier - zeigte mir am Wochenende alles, was

man von der Stadt gesehen haben musste, um sich

mit Haut und Haar in sie zu verlieben.

„Il faut profiter du Bonheur de la vie!“

Von da an musste ich jedes Jahr dort sein. Zuerst

waren es Eiffelturm, Trocadero, das Viertel um die

Oper und die Grands

Boulevards, das Musée

Grevin und der Montmartre,

das Quartier Latin und der Jardin du Luxembourg, die mich interessierten.

Daneben Meeresfrüchte und Crème brulée.

Als der Traum vom Leben in Paris endlich wahr wurde, musste ich

erkennen, dass die meisten Wohnungen laut und dunkel waren. Und so

machte ich mir zur Bedingung:

Entweder eine Wohnung am Place des Vosges, eine mit Blick auf den

Eiffelturm, oder gar keine. Die Maklerin hielt mich vermutlich für

überspannt und sagte, ein Lottogewinn wäre wahrscheinlicher. Doch dann,

drei Tage später, konnte sie das völlig unmögliche möglich machen: eine

Dachgeschosswohnung am Place des Vosges, Hausnummer 3.

Hätte ich mein Herz nicht schon an die Stadt verloren gehabt, so hätte ich

es noch an diese Wohnung verschenken können und an die Gardienne, die

wir sozusagen mit mieteten. Sie heisst zwar nicht Lucie, ist auch keine 60 Jahre alt, keine

religiöse Katholikin, aber auch sie hat ein Herz aus Gold und ist die Seele des Hauses.

Wenn ich meine Lucie-Krimis schreibe, so tue ich das aus zwei tiefen Gefühlen heraus: aus Liebe

zu dieser Stadt, zu diesem Gebäude und zu meiner Gardienne. Und aus tiefstem Heimweh.

Verbringen wir also etwas Zeit gemeinsam in Paris? Und wenn es nur zwischen zwei Buchdeckeln 

ist...

 

© Marie Pellissier by avmediafactory